NEUERSCHEINUNG!! Pollmeiers Amp – ein Roman von Guenther Leifeld-Strikkeling

 

 

Liebe Musiker* innen und Musikinteressierte, Instrumentenbauer*innen, Tontechniker* innen…

Ihr kennt das alle..diese Begeisterung für Klänge und Töne, gute Songs und Arrangements, wunderschöne Instrumente, coole Bands, interessante Musikergeschichten, die fern ab des mainstreams ihre ganz individuellen und nicht weniger besonderen Geschichten zu erzählen haben…dieses grandiose Buch möchte ich Euch wärmstens empfehlen. Es wird Euch gefallen, amüsieren und begeistern, so, wie es mich begeistert hat!!!

Hier meine Rezension:

Es ist 1 Uhr nachts. Ein alter, abgetretener Teppich auf dem Rasen dient Pollmeier‘s Rag-O- Billy-Band als Bühne. Sie sind kurz vor den Zugaben. Eine Horde angetrunkener Endfünfziger sitzen erwartungsvoll auf den Bänken des Biergartens. Pollmeiers kleiner tweed-bespannter Gitarrenverstärker, ein 80 Jahre alter Amp, macht seine Sache immer noch zufriedenstellend. Seine Gebrauchsspuren und der leicht schmierige Belag, der sich durch die feucht/rauchige Luft der Clubs, in denen er eingesetzt wurde, in den Amp gefressen hat, erzählen die eigentliche Geschichte.

Pollmeier begleitet uns in die Welt leidenschaftlicher Provinz- und Straßenmusiker und deren Schicksale. So führen uns die Wege des kleinen Amps vom Olpener „Totengräber“ Georg Raspe, der mit Mikrophonen und Verstärkern aus alten Zeiten handelt. Dann geht es zu Herbert Lohmeier, einem ziemlich chaotischen Reparateur alter Musikelektronik, ein Meister seines Fachs, wie es keinen anderen gibt. Und dann zurück – nach Chicago, Illinois, ins Jahr 1939, von wo die Geschichte des Verstärkers beginnt.

Es sind die Hoffnungen junger Musiker, die Liebe zum Klang und der Wunsch nach einer gemeinsamen Vision, die Überwindung aller gesellschaftlichen und persönlichen Hürden, um die es geht.
Und es geht um die Mühsal, als Straßenmusiker der 30er/40er Jahre des rassistisch geprägten Amerikas zu bestehen, ohne unterzugehen, all die euphorischen Momente aber auch die Augenblicke von Verzweiflung und die Suche nach dem besten Klang. Wir lesen von der Auseinandersetzung mit den Eigenheiten der Musikerkollegen und die Erkenntnis, dass Musik zu machen eben mehr ist, als nur Songs zu spielen – viel mehr!

Auf authentische Art und Weise wandern wir zwischen den Zeiten, Lebensbedingungen und Orten hin- und her. Dabei wechseln sich westfälischer Slang mit der leicht schnoddrigen amerikanischen Art ab und so bringt uns unser Gefühl immer genau dorthin, wo „die Musik spielt“.

Während sich Pollmeier auf die Suche nach passenden Mitmusikern für seine Rockabillyhillbillyoldtimecountrybluesswing-mit-Ragtimepop-Band – kurz Rag- O- Billy macht, switchen wir über den großen Teich zu Sam Brokes und seiner amerikanischen Blues-Musik.
Mit einer riesen Portion Liebe zum Detail und einem großen Wissensspektrum über den Bau von Instrumenten und Musikequipment, erzählt Pollmeier von abgewetzten Ledergriffen und metallenen Streben, die als Schutzgitter dienen, von sternförmig verzierten Schrauben und dem Tweedstoff, mit dem das Gehäuse des Amps bespannt ist. Nur jemand, der selbst mit Hingabe nach dem besten Klang sucht, kann es auf diese Weise beschreiben.
Pollmeier erzählt von dem spannenden Augenblick, wo er zum ersten Mal dessen Klang zu hören bekam, von der Enttäuschung und den Versuchen, einen weniger mulmigen, unnatürlich verzerrten Sound aus dem Verstärker herauszuholen. Er beschreibt die Unfähigkeit, die, damals brandneue Elektronik, passgenau einzusetzen, sodass auch die Band den Schub spüren kann, den der Verstärker verursachen soll, um die Musik nach vorn zu bringen.

Es geht um den Augenblick, an dem die Band zu verstehen beginnt, dass der Amp die gesamte Spielsituation verändert.

Dann finden wir uns in Millport Alabama wieder…
Auch wenn alles euphorisch begann, als sich Carl und John aufmachen, um erste Musikjobs zu organisieren und auch wenn sie nicht die Arroganz der Clubbesitzer, die große Konkurrenz durch die anderen Bands und die missachtenden Voraussetzungen durch schlecht bezahlte Musikjobs scheuen, so beschreibt das Scheitern der Bandgeschichte der HILL BILLY MOUNTENEERS, dass die Hürden noch ganz woanders liegen.
Jede Musikerin und jeder Musiker, der dem Traum, mit einer Band gemeinsam Songs zu schreiben, auf Tour zu gehen und auf Bühnen Zuschauer zu begeistern, einmal nachgegangen ist, findet sich wohl in jeder dieser Geschichten wieder.
Der kleine Abstecher zu den DEADHEADS, einer Punkband, bestehend aus provozierend unappetitlich wirkenden, pubertierenden Jungs, deren Idee von sich selbst nicht wirklich mit der Realität in Übereinstimmung zu bringen ist und die sich über die Wünsche ihrer Eltern nach respektvollem Umgang mit deren Besitz, hinwegsetzen, zeigt, wie unterschiedlich die Visionen von Musikern sein können. Glücklicher Weise endet diese Episode nicht in einer Katastrophe und führt auf eher amüsante Weise zurück zu Pollmeier, seiner Band und seinem Amp.
Die Geschichten, die der kleine Verstärker auf seinem Weg erlebt hat, sind unterschiedlich. Die Zeiten und Orte wandeln sich. Und dennoch – was unabhängig davon bleibt, sind die Liebe zum Klang und die Vision des gemeinsamen Musizierens, denn mit jedem weiteren guten Ton potenziert sich die Wirkung der Musik.
Es gelingt dem Erzähler, eine spannende, persönlich geprägte Geschichte zu erzählen, die nahezu ohne eine Mann-Frau- oder sonstigen Liebesgeschichte auskommt und dennoch voller Liebe steckt. Man möchte meinen, in seinem ersten Leben war er schon einmal dort und hat diese Geschichten genau so erlebt.

FURRY TAILS…

Dokumentarfilm – work in progress

„Humans are very social animals“  (Uncle Kage- Dr. Samuel Conway- amerikanischer Forscher auf dem Gebiet der Pharmazie, Biomedizin und Agrochemie der organischen Chemie und Chairman der Anthrocon Pittsburg Pennsylvania)

Wer sind wir und wie viele können wir sein? Wo fängt die Phantasie an und wo beginnt das Leben eines erwachsenen Menschen? Können wir unsere kindliche Phantasie ins Erwachsenenleben hinüberretten, ohne albern zu wirken? Was treibt Menschen dazu, eine neue Identität leben zu wollen und wird es gelingen, damit glücklicher zu sein?

Unser Filmprojekt beschäftigt sich mit dem Furry Fandom, einer internationalen Community, die sich für antropomorphe Charaktere interessieren, mit den Beweggründen der Mitgliedschaft, der gegenseitigen Akzeptanz, dem Zauber der Phantasie und der Freude am Leben .

Das Filmprojekt wird von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert.

Ich freue mich nun auf dieses neue Jahr 2020 und eine Zeit, die die Buntheit des Lebens in filmische Geschichten verwandeln und Brücken zwischen den Menschen bauen möge…

Denn nur wer die anderen Welten kennt, kann offen und tolerant sein und nur wer tolerant ist, schafft Frieden!

 

Susanna Wüstneck – Regisseurin

 

 

 

 

Documentary –  work in progress

„Humans are very social animals“ (Uncle Kage- Dr. Samuel Conway- American researcher in the fields of pharmacy, biomedicine and agrochemistry of organic chemistry and chairman of Anthrocon Pittsburg Pennsylvania)

Who are we and how many can we be? Where does the imagination begin and where does the life of an adult start? Can we save our childish imagination into adult life without looking silly? What drives people to want to live a new identity and will they be happier with it?

Our film project deals with the Furry Fandom, an international community interested in anthropomorphic characters, the motivations for membership, mutual acceptance, the magic of imagination and the joy of life.

The film project is funded by the Film- und Medienstiftung NRW.

I am now looking forward to this new year 2020 and a time that may transform the colorfulness of life into cinematic stories and build bridges between people …

Because only those who know the other worlds can be open and tolerant and only those who are tolerant can create peace!

Susanna Wüstneck, director

https://vimeo.com/326382416